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1996 habe ich meine erste eigene private Domain sereinigg.at angemeldet.

Der Weg dorthin – hat Spuren und Narben hinterlassen!

 

1972

Irgendwann so 1972 habe ich mein erstes Computerspiel bekommen. PONG von Atari. Diese Tischtennissimulation, Ein bewegliches Stricherl links, eines rechts, in der Mitte eine Linie, zwei Regler und ein piepsender Ball, der über die „Bande“ möglichst gefinkelt, um ja den Punkt zu machen.

 

 

In der Schule gab es keine Taschenrechner (der wurde 1971 erst von Texas Instruments erfunden), sondern den Rechenschieber. Den habe ich heute noch als Erinnerung. So altmodisch das Ding aussieht – so hochmoderne Ausführungen gab es. Die einfachen Modelle konnten nur einfache Grundrechungsarten, die Highendgeräte konnten (fast alles), vom Logarithmus bis zu Intergrals.

Der PC war noch nicht erfunden, das Internet mit seinen ersten militärischen Versuchen war gerade 3 Jahre alt, saß ich 1972 zum ersten mal vor einem Computer. Im 1. Bundes- und Realgymnasium in Klagenfurt gab es erstmalig 1972, im Rahmen der freiwilligen mathematischen Übungen, der 7. Klasse, hat Prof. Hermann Kautschitz einen „Computer“ geschenkt bekommen. Der Computer war fast so groß wie ein Tisch, hatte 16 Register (d.h. 16 Zahlen konnten gleichzeitig verarbeitet werden), keine alphanumerische Tastatur, sondern nur Zahlentasten mit ein paar sonderbaren Zeichen. Wozu auchmehr Tasten, es gab keinen Bildschirm, sondern nur LEDs, die blinkten und da konnten  man dann „interpretieren“, was das Gerät so „dachte“.

Das Monster war damals schon alt, aber was heißt Alter in einer technischen Umwelt, in der Lochkarten so modern waren, dass der Lochstreifen, ein modernes Speichermedium war. Unser tischgroßes Ungetüm hatte weder Lochstreifen, noch Lochkarten, war der Strom aus – war alles gelöscht. Wir waren fasziniert, keiner kannte sich so richtig aus – nicht mal unser Professor und damals hielten wir Professoren noch für unfehlbar und allwissend. Die Mathematikmatura mussten wir natürlich mit Rechenschieber machen, die ersten Texastaschenrechner gab es schon – aber sie waren einfach zu teuer für den schulischen Gebrauch.


1975

An der Universität Graz, unter der Anleitung von Unv. Prof. Herbert Kraus habe ich dann die ersten Schritte mit DIGITAL/Unisys – Großrechnern gemacht. Stundenlang wurden da an einer Monster – Schreibmaschine Befehle gehämmert. Je Befehl gab das eine Lochkarte, je Zahl gab es eine Lochkarte und diese wurden dann in großen Kartons gestappelt ja in der richtigen Reihenfolge und dann im Rechenzentrum abgegeben. Solche Stapel konnten schon einige Meter Länge erreichen. Sicherheitshalber wurde ein dicker Strich diagonal über den Rücken der Karten gezogen, damit wusste man ungefähr wo die Karte lag, wenn der Stappel einmal „gemischt“ wurde. In der Nacht wurden diese „Jobs“ im „Batchbetrieb“ verarbeitet und am nächsten Tag konnten wir uns dann den Lösungsausdruck abholen, Meist war es eine Seite mit einem riesigen ERROR und dann folgten zig Seiten mit Fehlernummer. In meterlangen Handbüchern (Goggle gabs ja noch nicht), wurde dann gesucht, Querbeziehungen hergestellt und dann die fehlerhaften Karten neu gestanzt und mit den falschen ausgetauscht – wieder ins Rechenzentrum – wieder warten usw. Bildschirme, Terminals – Fehlanzeige, die waren rar und durften nur von Operatoren (den damaligen Göttern der EDV) Professoren und Assistenten benutzt werden. Fragen Sie mich nicht wie ich zu solchen Berechtigungen kam , aber die Lochkartenochsentour habe ich nicht lange mitgemacht, mit – welchem Account auch immer – am Terminal wurde geschrieben, dieser Job – fragen sie nicht wie – priorisiert – dann getestet und wenn er erfolgreich gelaufen ist, wurde die Lösung gedruckt, incl. der nachträglich gestanzten Karten als Beweis für die Arbeit. Textverarbeitung – Fehlanzeige, wir haben in Assembler, Fortran und Cobol mathematische Probleme gelöst, ausgerechnet was Wienerschnitzel kosten und uns lange gefragt was denn ein „Key“ in einer Datenbank ist. Damals war die sequentielle Speicherung noch der Standard. Mit dem Zugang zu den Terminals kamen die ersten Herausforderungen. Ich habe mir damals mein erstes großes Programm zur Auswertung von Fragebögen geschrieben, die wir in der Studentenvertretung der Hochschülerschaft an der Universität Graz einsetzen. Es hatte nur einen kleinen Haken: ich habe es für 1.000 Fragebögen, mit 1.000 Fragen und je 1.000 Antwortmöglichkeiten ausgelegt… multiplizieren Sie diesen Speicherbedarf mal (1000x1000x1000 !!!). Das Programm lief in der Form genau einmal. Dann war das Rechenzentrum „down“ … ich bekam einen Verweis und musste deutlich vorsichtiger sein. Komisch – keiner fragte sich damals, wie ich zu einem Assistentenaccount kam – oder war es der eines Professors?


1979

Mein erster Programmierbarer Taschenrechner war ein HP 41C (Anschaffungspreis fast 10.000 ATS damals!) dann irgendwann der HP CV und dann der HP CX  Die Modelle der HP-41 Serie gehörten mit geringen Anpassungen zur Standardausstattung der US-amerikanischen Space Shuttle-Raumfahrzeuge. Sie dienten als Taschenrechner für die Besatzung, und waren u. a. mit Software zur Unterstüzung der Navigation, zur Ermittlung von Funkschatten und zur Verteilung von Ballast augestattet. Für mich war der Rechner wie eine Reise in ein Wunderland, frei belegbare Tasten, Programmiersprache, magnetische Speicherkarten, alphanumerisches Display, klein aber deutlich lesbar (2 zeilig) mit Laufschrift …

Ich habe damals versucht alles damit zu programmieren. Bei Klausuren gabs die ersten Konfrontationen, „selber rechnen“ und „nicht rechnen lassen“. Das ging so lange, bis wir nachweisen konnten, dass StudentInnen, die sich Programme selbst schrieben, mehr verstehen mussten als nur Formeln auszufüllen – Für Professoren ein Horror – statt 1 Stunde stupider Rechenzeit – dauerte damit eine Klausur 10 bis 15 Minuten …

Alle paar Jahre gab es Wahlen an der Hochschülerschaft. Das Rechenzentrum war beauftragt die Mandatsverteilung zu errechnen. Basierend auf dem D’Hondtschen Divisorverfahren wurden die Stimmen aufgeteilt. Händisch eine mühevolle Rechnung, Hochrechungen fast nicht möglich. Der HB 41C hat damals das für mich übernommen und wir waren jedes Mal um 10-15 Minuten schneller als das Rechenzentrum. Von Wahl zu Wahl haben beide Seiten immer technisch aufgerüstet – und wir haben immer wieder gewonnen.

Seinen Härtetest hat der HP 41C beim Bundesheer bestanden – zumindest für einen befreundeten Studenten und mich. Alle Berechnungen für Granatwerfer, Sicherheitsabstände usw. … hat das kleine Kasterl verlässlich und schnell erledigt. Das Bundesheer hat sich damals entschieden lieber ein engl. System zu kaufen, das konnte zwar weniger (im Vergleichstest hat der HP 41C gewonnen), dafür konnte aber ein Panzer über den Engländer fahren … Was habe ich gelernt: Ohne Kontakte geht im Geschäft gar nichts!


1982

Textberarbeitung …Fehlermeldung, Texte haben wir in Editoren auf der großen Unisys geschrieben, sofern der Drucker „fette Schrift“ konnte sogar mit Steuerbefehlen formatiert und das war es auch schon….

So wollte ich 1982 meine Diplomarbeit nicht schreiben – schon gar nicht da im selben Jahr eine Sensation am Markt kam. Der Commodore 64, ein grafisches Wunderding (Grundausstattung son an die 5.000 ATS), das nicht nur Spielen konnte sondern auch eine Textverarbeitung hatte. Darauf schrieb ich dann meine Arbeit. Gleichzeitig kam ich in den Kontakt mit Grazer Computerfreeks, wir gründeten den CCG, den Grazer Computer Club und hatten oberhalb des ehemaligen Herlango in der Annenstraße unser erstes Clublokal. Von Hackern bis Gamern, von reinen Anwendern bis erste EDV-Trainer – dort traf sich damals alles was Rang und Name hatte – ach ja … die zumeist noch jungen Kids haben mich damals zum ersten Obmann gewählt.


1985

Honeywell Bull ermöglichte es uns vom CCG 1985 auf 4 Leih PCs der 2. Generation (es gab schon eine 10 MB -. Platte) für die steirische Industriellenvereinigung die ersten Schulpakete für den Informatikunterricht zu schreiben. Es war das erste Jahr an dem Informatik auch regulär an die Schulen kamen. Meine ersten experimentellen Versuche von alternativen Lehr- und Lernmethoden unter Einsatz von IT stammen aus der Zeit. Sei es der Umgang mit Kindern im Kindergarten (LOGO), SchülerInnen der Hauptschule mit Lernstörungen (kreative Arbeiten am Commodore) oder die Erstellung von Kommunikations- und Steuerprogrammen für körperlich und teilweise geistig schwerstbehinderte Kinder (z.B. die Umsetzung von BLISS) – der Grazer Computer Club war hier im österr. Spitzenfeld immer dabei. Auftritte im Fernsehen waren für uns Routine.

Honeywell Bull setze mich damals schon als Berater und Trainer für Großkunden ein, sie hatten die Geräte – von mir kamen die Umsetzungsideen.

Dr. Gottfried Maresch, Vorstand der Leder & Schuh AG holte mich damals als Leiter des Information Centers in den Konzern. Aufgabe „Leiten sie die Abteilung  Future“. Wir führten dort großflächig PCs ein, vernetze diese mit den Großrechnersystemen und schulten intensiv unsere MitarbeiterInnen im Umgang mit diesen Technologien.


1996

Nach 10 Jahren bei der Leder & Schuh AG holte mich Erich Bramauer, Bezirkstellenleiter der WK – Voitsberg als Projektleiter für ein internetbasierendes Regionalnetzwerk im Auftrag der WOF (Wirtschaftsoffensive Steiermark) und des Landes Steiermark (LR. DI Herbert Paierl) in die Weststeiermark. Die erste internetbasierende Datenbank österr. Betriebe lief damals auf einem Internetserver unter meinem Schreibtisch. Ich habe heute noch das Schreiben, in dem uns die WK-Österreich die Nutzung der Daten verbot und alles was wir machten als Hirngespinst hinstellte. Alle Verantwortlichen von WKO.at haben sich das bei uns angesehen, die heutige Firmen A-Z Datenbank der WKO.at hat möglicherweise dort ihre Ursprünge …

Martin Podhovnik hat für mich damals sereinigg.at reserviert und Martin Barzauner diese Domain auf einem der Styria Onlineserver eingerichtet. Beide waren damals für Styria-Online, eine Tochter der Styra Medien AG (Kleine Zeitung) tätig und bauten dort unter der Leitung von DI Peter Umundum das Steiermark und Kärntenportal auf. Internetseiten wurden noch mit Texteditoren geschrieben, Komfort jeder Art von den Hardcore-Entwicklern verpönt. Microsoft startete seine ersten Versuche mit Frontpage. Diese einfache Art Internetseiten zu entwickeln, spaltete die Internetgemeinde in zwei Lager. Ich war im Lager der Frontpageanwender – meine Zeit aus der Uni – EDV war noch zu sehr im Bewusstsein verhaftet. Ich hatte somit meine virtuelle Heimat (http://www.sereinigg.at und meine eMailadresse ps@sereinigg.at (Beides existiert heute leider nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte)


1997

DI Peter Umundum holte mich aus der Wessteiermark zur DIMedia, einer Tochter des Styria Medien AGs Konzern. Hauptaufgabe dieses Unternehmens war es die Onlinedienste der Kleinen Zeitung zu starten. Das Internet kam auch langsam nach Österreich.

eCommunity war damals für misch schon eine faszinierende Welt. Der wohl erste – öffentlich zugängliche – Chatserver, stand damals unter meinem Schreibtisch. Wir hatten die ersten „Chats“ mit Prominenten und „Usern“, wir chatten im Rahmen des Kleine Chats nächtelang mit/über Gott und die Welt, wir feierten Chattertreffen, die mächtige Wogen schlugen, vor allem Sir Magic (Sigi Brommer) und der Schwarze Kater (Roland Weber) haben damals einen österreichweiten Hype damit ausgelöst.


1998

Styria und Philips schickten mich als Geschäftsführer der Nocknet GesmbH nach Bad Kleinkirchheim. Ziel war es, die Betrienbe technisch zu vernetzen und das Internetmarketing nach Außen zu verbessern. Zusammen mit Wolfgang Eder haben wir dort eine neue virtuelle Welt aus dem Boden gestampft. Internetbasierende Breitbandvernetzung, Voice Over IP, FunkLan usw… sogar für viele Anbieter damals noch unbekannte Schlagworte.


1999

Auf der Grazer Messe, mit Unterstützung von Dr. Gerd Novak und Reinhold Fleischhacker haben wir damals den ersten CYBERPOINT präsentiert. Einige tausend Quadratmeter voll von Telekommunikationsanbietern. Nach dem Vergnügungspark – hatten wir die höchste Frequenz aber auch die wildesten Feiern in der Nacht. Hier haben meine Freunde aus dem Chatterlager tatkräftig mitgeholfen. Die Idee wurde ebenso erfolgreich an der Klagenfurter Messe eingeführt. Über einige Jahre war dieser CYPERPOINT Aushängeschild der Grazer und Klagenfurter Messe.

Von da an ging es Schlag auf Schlag. Internet, Telekommunikation, virtuelle Welten, arbeiten in virtuellen Teams hat mich nicht mehr losgelassen.

Ich habe es erlebt, was es bedeutet benutzerfeindlichen Systemen gegenüber zu sitzen, ich weiß was es bedeutet, nicht zu wissen wie es weitergeht, da Techniker auch keine Lösung finden, ich kenne die Gefühle der AnwenderInnen, die sich die Frage nach dem Sinn stellen, dem Nutzen.

Genau dort ist meine Stärke, ich zeige Ihnen wie es einfach gehen kann, wie im Auto, Schlüssel ins Schloss und starten. Wenn Sie mehr wollen, zeige ich Ihnen auch das – aber Schritt für Schritt, aus der Erfahrung von fast 40 Jahren im Umgang in diesen Welten.

Die rein chronologische Aufzählung, ohne emotionale Bemerkungen kann in meinem Lebenslauf nachgelesen werden.


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2025

Ein großer Zeitsprung, aber 2025 habe ich mir den ersten Raspberry PI5 gekauft, dann den 2. und dann den 3.
Aer das ist eine ganz andere Welt und eine andere Geschichte…


Links und Bildnachweise

http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_PC

http://en.wikipedia.org/wiki/Internet/History

http://de.wikipedia.org/wiki/HP-41C

http://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_C64

http://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_computing_1950-1979

Rechenschieber online: http://www.taswegian.com/SRTP/JavaSlide/javaslide.html